Eitorfer Klimaschutzbericht 2026 – Licht und Schatten

Die global voranschreitende Klimakrise verschärft sich zunehmend und kann nicht ausschließlich durch internationale Zusagen, europäische Rahmenregelungen oder auf Bundesebene angegangen werden. Für ein wirksames Eindämmen einer weiteren Erderhitzung  sind ergänzend alle Kommunen im gleichen Maße zu einem Handeln und Umdenken in vielerlei Hinsicht gefordert.

Auch in Eitorf hatte man die Notwendigkeit zum Klimaschutz erkannt und es wurde zum 1.2.2022 in der Verwaltung die Stelle für ein Klimaschutzmanagement eingerichtet. Seit dieser Zeit wird das Klimaschutzmanagement von zwei sehr engagierten Klimaschutzmanagerinnen geführt und es wurde in den ersten 1,5 Jahren ein umfassendes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Am 19. Juni 2023 wurde im Eitorfer Gemeinderat das Integrierte Klimaschutzkonzept für Eitorf einstimmig beschlossen.

Nun ist es Zeit ein erstes Resümee zu ziehen. Was ist in den drei vergangenen Jahren erarbeitet worden. Welche Themen zum Umwelt- und Klimaschutz müssen in der nächsten Zeit dringend bewältigt werden? Hier ein Überblick der wichtigsten Themenfelder Energie, Mobilität und Immobilien.

Grundsätzlich soll ab diesem Jahr in allen Beschlussvorlagen des Rates und der Ausschüsse die Klimarelevanz betrachtet und eingeordnet werden. Dadurch soll die Entscheidungsfindung für alle anstehenden Aufgaben in dem zugehörenden Gremium unterstützt werden.

Sehr frühzeitig ist der Auftrag für die kommunale Wärmeplanung vergeben worden und ein Konzept soll bereits Mitte 2026 vorliegen. Damit ist der Grundstein für eine klimafreundliche Nahwärmeversorgung zumindest für Teile des Eitorfer Zentrums gelegt. Ergänzend wird die ökologische Stromversorgung wahrscheinlich zukünftig durch sieben Windenergieanlagen im Eitorfer Gemeindegebiet gewährleistet, auch wenn die Gemeinde hierbei nicht der Vorhabenträger ist. Die Errichtung dieses Windparks ist politischer Konsens.

Durch die Bereitstellung eines zweiten Carsharing-Autos durch die Bürgerenergie Rhein-Sieg stehen unmittelbar am Rathaus zwei Elektroautos zur Verfügung. Diese können durch Teilnahme an dem Carsharing-Angebot der Bürgerenergie je nach Verfügbarkeit gemietet werden. Innerhalb der kommunalen Verwaltung steigt der Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge, sofern die Nutzungserfordernisse dies zulassen. Zur nachhaltigen Verbesserung der Mobilität innerhalb des Gemeindegebietes wurden weitere Projekte angestoßen, bzw. stehen unmittelbar vor der Umsetzung. So ist ein Fahrradwegekonzept erarbeitet worden, dass sukzessiv bis 2034 abgeschlossen sein soll. Erste Maßnahmen daraus sind bereits umgesetzt.

Für weitere Fahrradboxen am Bahnhof gibt es einen positiven Beschluss im Rat. Nach den Sommerferien 2026 könnte das Auto für Fahrten im Gemeindegebiet vermehrt in der Garage verbleiben. Die Ausweitung des Busverkehrs einhergehend mit einer Taktverdichtung ist im Rat beschlossen. Weitere Einzelheiten zu den Änderungen im ÖPNV zum Sommer 2026 finden sich auf der Website: www.rsvg.de/eitorf

Für eine breite Akzeptanz für den Klimaschutz in der Bevölkerung werden Klimaschutzkampagnen stattfinden, wie die bereits im letzten Jahr stattgefundene Kampagne, zur Wärmewende „Warme Wohnung-Kühler Kopf“.

Für die darüber hinaus gehende gesetzlich vorgeschriebene Kommunale Wärmeplanung nimmt die Gemeinde Eitorf als Pilotkommune am geförderten Programm „Heat it!“ teil. Als eine von deutschlandweit zwei Modellkommunen profitiert Eitorf von gezielter Unterstützung bei der bürgernahen Umsetzung der Wärmewende.
Als besonders vielversprechend wird das mittlerweile vom Ausschuss für Klima- und Bevölkerungsschutz beschlossene Projekt des „Kommunalen Energiemanagements“ eingeordnet. Durch umfangreiches Monitoring des gesamten Energiebedarfs der Kommunalverwaltung sollen Einsparpotentiale identifiziert und durch daraus abgeleitete gezielte Maßnahmen Energieeinsparungen in beträchtlichem Umfang realisiert werden.

Weitere wichtige Projekte konnten bisher nicht umgesetzt werden, da hierfür finanzielle Mittel und Planungsressourcen fehlen. Aufgrund dieser Mangellage wurde u.a. die Schaffung einer Personalstelle zur Erstellung eines Klimafolgenanpassungskonzepts zurückgestellt. Dies ist umso bedauerlicher, da bis zum Jahr 2031 mit einer Zunahme der Erderhitzung auf 2°C (derzeit sind es knapp unter 1,5°C) gerechnet wird und Eitorf sich im Rahmen des Bevölkerungsschutzes gezielt auf diese Herausforderung vorbereiten muss.

Die Umsetzung der Selbstverpflichtung zur Ausrüstung aller geeigneten kommunalen Dachflächen mit Photovoltaik läuft nur schleppend an. Erfreulicherweise sind die Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Feuerwehr/Bauhof und des Jugendcafés im aktuellen Haushaltsplan enthalten. Der Baubeginn ist jedoch noch nicht konkret terminiert. Die größten Herausforderungen innerhalb der Kommunalen Verwaltung sind allerdings klar im Bereich des Gas- und Treibstoffverbrauches zu verzeichnen. Auf diese fossilen Energieträger entfallen ca. 75% des Gesamtenergieverbrauches. Hier drohen in den nächsten Jahren starke Kostensteigerungen, welche die kommunalen Kassen zusätzlich erheblich belasten werden.

Die zur Energieeinsparung und einer folgerichtigen Umstellung auf eine Wärmepumpenheizung notwendigen Ressourcen sind in der Gemeinde derzeit nicht vorhanden und die energetischen Sanierungen können nicht angegangen werden. Vor dem Hintergrund der gesetzlich vorgeschriebenen Klimaziele bis 2030 (65%ige Klimaneutralität) und der vollständigen Klimaneutralität in 2045 sind die in den nächsten wenigen Jahren in breitem Spektrum zu bewältigenden Aufgaben als wahre Herkulesaufgabe zu sehen. Wobei diese Problembeschreibung kein ausschließliches Problem der Kommunalen Verwaltung ist, sondern für fast alle Quartiere, mittelständige Betriebe so wie für die Industrie in Gänze zutrifft. Zur Eindämmung der Klimaerhitzung und für eine ökologisch soziale Gerechtigkeit gibt es noch viel zu tun!

„Der Eitorfer Klimaschutzbericht kann unter folgendem Link eingesehen werden:
www.eitorf.de/aktuelles/klimaschutz-in-eitorf/

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