Dass die Erderhitzung weiter voranschreitet, wird gerade in diesen Tagen überdeutlich. Deutschland und weite Teile Europas erlebten im Juni/Juli die extremste Hitzewelle seit dem Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1881. Dabei wurde im diesjährigen Sommer in Deutschland an mehr als 40 Messstellen(!) an einem Tag eine Temperatur von über 41°C gemessen! Auch in Eitorf waren wir nicht weit von Temperaturrekorden entfernt. Die nächste Hitzewelle ist bereits für nächste Woche vorhergesagt.
Das Leben unter dieser Hitze gestaltet sich beschwerlich. Für viele Menschen ist sie sogar lebensgefährlich. Zumindest leiden viele Menschen unter solchen extremen Bedingungen wie in Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, Seniorenheimen und an vielen anderen Stellen. Letztendlich leidet durch lange Hitzeperioden mit Tropennächten auch die Produktivität in Firmen, beim Handwerk, in Arztpraxen… die Aufzählung ließe sich noch beliebig fortsetzen. Die Bevölkerung muss sich vor den Folgen des Klimawandels schützen können bzw. geschützt werden. Da wird der Politik, insbesondere der Kommunalpolitik, eine wichtige Rolle zuteil.
Für eine Klimaanpassung fehlt es in Eitorf an durchdachten Konzepten. Die Erstellung solcher integrierten Konzepte, bei denen alle geeigneten Maßnahmen geordnet ineinandergreifen, ist maßgeblich die Aufgabe eines Klimaanpassungsmanagementes. Das dabei zu erstellende Konzept soll Wege aufzeigen mit denen eine Stadt oder ein Ort resilienter, d.h. widerstandsfähiger, gegen Wetterextreme werden kann. Darin werden nicht nur Hitzewellen, sondern auch Starkregenereignisse betrachtet und Verbesserungspotential identifiziert. Somit ist es als wichtiger Beitrag zum Katastrophenschutz zu werten.
Alle maßgeblichen Klimaforscher sind sich einig: Die Extremwetterlagen werden in den nächsten Jahren zunehmen. Auch wir in Eitorf müssen uns darauf vorbereiten. Viele Städte lassen derzeit Klimaanpassungskonzepte erarbeiten. Nicht jedoch in Eitorf, folglich werden wir auf absehbarer Zeit auf Extremwetterlagen nicht vorbereitet sein! Die Einrichtung einer für 2 Jahre und 80%ig geförderten Stelle eines Klimaanpassungsmanager*in wurde im Rat der Gemeinde fast einstimmig abgelehnt (bei 2 Enthaltungen). Ausschließlich unsere Fraktion stimmte für die Einrichtung einer entsprechenden Planstelle. Die Ablehnung im Rat ist aus unserer Sicht ein Fehler, der kaum wieder zu heilen ist oder zumindest zeitliche Verzögerungen in der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen nach sich zieht.
Trotz des schwierigen Umfeldes werden wir Grünen uns weiter für Klimaanpassung einsetzen auch wenn sich das politische Umfeld hier in Eitorf sehr schwierig gestaltet. Alle hier verantwortlichen Entscheidungsträger werden sich dieser zukunftsgerichteten verantwortungsvollen Aufgabe auf Dauer nicht entziehen können.